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Wie Spediteure im kombinierten Verkehr auch finanziell schnell mit Vorteil fahren

Bild: Mit Vorsprung auf Straße und Schiene präsentierte die Geschäftsführung auch 45-Fuß-Wechselbehälter der Modellreihe, hier den Wecon Imperator „C75“ mit 2.970 Millimetern Innenhöhe, während der Pressekonferenz über Vorteile im intermodalen Verkehr unter dem Titel „KombiPlus“.

Wecon GmbH präsentiert Vergleich zwischen intermodalem und unimodalem Gütertransport

Die Geschäftsführung der Wecon GmbH hat heute grundlegende Belege für finanzielle Vorteile des kombinierten Verkehrs (KV) vorgelegt. Die Basis dafür bilden Ergebnisse einer Analyse als Master-Thesis am Institut für Technische Betriebswirtschaft der Fachhochschule Münster. Die Studie entstand in Kooperation mit dem Nutzfahrzeug-Spezialisten, die unter anderem einen Modell-Vergleich enthält zwischen 45-Fuß-Wechselbehältern und kranbaren Sattelaufliegern in einem Gesamtzug von 740 Meter Länge. Für Erstgenannte sind danach fast 50 Prozent Kostenersparnis beim Equipment möglich, rund zehn Prozent mehr Nutzlast und ein knapp 15-prozentiges Plus an Volumen mit über 200 mehr beförderter Paletten.

„Wecon entwickelt jetzt seit mehr als 30 Jahren innovative Transportlösungen mit Alleinstellungsmerkmalen in der Nutzfahrzeugbranche. Wir möchten damit auch den kombinierten Verkehr als intelligente Alternative fördern. Vor allem verfolgen wir aber dabei stets das Ziel, Spediteuren oder Unternehmern mit eigenem Güterverkehr einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen“, sagte Geschäftsführer Franz-Josef Hemker zur Präsentation von Theorie und Praxis während der Pressekonferenz im neuen Wecon-Werk in Altenberge/Westfalen. Mit der Master-Arbeit habe der Hochschul-Absolvent nun detailliert den Nachweis geführt, dass sich der kombinierte Verkehr Straße/Schiene gegenüber dem reinen Straßentransport schon ab knapp 300 Kilometern wirtschaftlich rechnen kann. Für Hemker „mit Blick auf den dramatischen Lkw-Fahrermangel, auf teure Staus und Straßen sowie auf kritischen CO2-Ausstoß“ eine weitere Aufforderung, „endlich das Angebot zu nutzen und auszubauen“.

aniel Hemker, Wecon-Geschäftsführer Vertrieb und Marketing, schloss an die zentrale Botschaft seines Vaters an und bezifferte „das Kombi-Plus“ mit Daten der Studie (siehe Grafik 1, 2 und 3) von Hochschulabsolvent Jonathan Robers, der beim Abschluss im Wirtschaftsingenieurwesen neben Prof. Klaus-Ulrich Remmerbach auch von ihm persönlich unterstützt wurde. „Seine Master-Thesis und seine ganze Herangehensweise haben uns derart überzeugt, dass wir ihm einen hoffentlich bestmöglichen Berufseinstieg bei Wecon ermöglichen“, lobte Daniel Hemker: „Die Qualität der Untersuchungsergebnisse für Vorteile des kombinierten Verkehrs verstehen wir als Bestätigung unserer Strategie, auch abseits der Straße als überlastete Hauptverkehrsader in Forschung und Entwicklung für neue Technologien zu investieren und damit bessere Wege zu finden.“

Konkret für den kombinierten Verkehr präsentierte die Wecon-Geschäftsführung im anschließenden Praxis-Part auf dem Werksgelände aus dem umfassenden Portfolio aus Nutzfahrzeugen und Containertechnik drei Produkte, die das Unternehmen zur Messe „transport logistic“ in München vom 4. bis 7. Juni für das Fachpublikum vorstellt. Der Spezialist für Variantenvielfalt zeigt hier drei Modelle des Wecon Großraum-Wechselbehälters unter dem Dach der Produktmarke „Imperator“:

► den Imperator „Standard C50“ (Tunnelprofil = C50) als 45-Fuß-Wechselbehälter mit 2.630 mm Innenhöhe, 4.300 kg Eigengewicht und 29.700 kg Nutzlast. Das Produkt verfügt über Bahnabnahme (140 km/h) und Ladungssicherungstest jeweils nach Code XL, 34 Paletten-Stellplätze und Schiebeverdeck sowie in die Seitenplane senkrecht eingeschweißte Alu-Profile, was Einstecklatten erspart. (Detail-Übersichten zu allen drei Modellen siehe weiter hinten)

► den Imperator „Standard C75“ als 45-Fuß-Wechselbehälter mit 2.970 mm Innenhöhe, 5.300 kg Eigengewicht, 28.700 kg Nutzlast und einer Bodengruppe von nur 200 mm Höhe. Auch dieses Modell hat eine Bahnabnahme (140 km/h) und Ladungssicherungstest je nach Code XL sowie ebenfalls 34 Paletten-Stellplätze, mit Schiebeverdeck und optionalem Hubdach.

► den Imperator „Standard C75L“ als 49-Fuß-Wechselbehälter mit 2.970 mm Innenhöhe, 5.800 kg Eigengewicht, 28.200 kg Nutzlast und einer Bodengruppe von nur 200 mm Höhe auf einer Innenlänge von ca. 14.820 mm. Eine Bahnabnahme (140 km/h) und einen Ladungssicherungstest jeweils nach Code XL bringt auch diese L-Variante mit, in der aber 37 Paletten-Stellplätze zur Verfügung stehen. Schiebeverdeck ist Standard, dieses kann der Kunde optional als Hubdach auswählen. Diese um 1,3 Meter längere Variante als der normale Sattelauflieger kann auch als Lang-Lkw auf deutschen Straßen eingesetzt werden.

Neben diesen neuen Modellen des „Imperator“ verwies Daniel Hemker darauf, dass Wecon davor schon andere Innovationen für den kombinierten Verkehr hervorgebracht hat: „Imperator Classic Beverage“ heißt der 45-Fuß-Wechselbehälter speziell für die Getränkeindustrie angepasst. Mit Stützbeinen war eine Variante ab dem vergangenen Jahr zu sehen. In der Modellreihe „Imperator Coil Carrier“ sind Stahl-Coils gut aufgehoben. Wecon hat mit dem „Container Mover“ eine innovative Möglichkeit für Spediteure geschaffen, selbst dezentrale Verlade-Terminals kostengünstig einzurichten. Mit 70-Fuß-Behältern oder alternativen Aufbauten für Tragwagen dient Wecon rund um den „Imperator“ ebenso wie mit Produkten zur Probe für Mietmodelle ab drei Monaten Laufzeit.

Alle Modellvarianten sollen Transporteure dabei unterstützen, vor allem kostengünstig, effizient und mit niedrigem CO2-Ausstoß zu fahren. Deshalb zielt der „Imperator“, Markenbegriff der modernen Großraum-Wechselbehälter von Wecon, insbesondere auf geringes Gewicht und mehr Ladevolumen. Die Bauvarianten stehen für weiterentwickelte Ideen, die Wecon im Forschungsprojekt mit der RWTH Aachen erstmals als Prototyp mit dem Mega-Container „Imperator Tellisys“ umgesetzt hat. Der Einfallsreichtum der Wecon-Konstrukteure wurde seinerzeit mit dem Innovationspreis 2015 für Kooperationen mit der Wissenschaft ausgezeichnet.

„Viele Aspekte, die wir zusätzlich in die Waagschale pro Wechselbehälter geben könnten, werden nach unserer Beobachtung mit Blick auf die Kosten viel zu häufig vernachlässigt“, betonte Daniel Hemker und reihte im Vergleich zu Sattelaufliegern den Verschleiß von Reifen und Achsen, die regelmäßige Erneuerung von Elektrik sowie Steuern, Versicherungsbeiträge und TÜV-Gebühren auf. Auch die Kosten für die Verladung per Kran lägen bei Sattelaufliegern um bis zu 40 Prozent höher als bei Wechselbehältern. Im Vor- und Nachlauf seien bei Letztgenannten zudem leichte Chassis mit 3.500 kg Eigengewicht wirtschaftlich sehr interessant. Für das Verhältnis Chassis zu Wechselbehälter kann mit dem Faktor 1:4 kalkuliert werden.

Hemker gab zudem zu Bedenken: „Vergessen wir nicht die vielen quasi weichen Faktoren als Vorteile auf Seiten des kombinierten Verkehrs mit Wechselbehältern, die aktuell besonders greifen: Der eklatante Fahrermangel fällt weniger ins Gewicht, die gigantischen Staus mit intelligenter Verknüpfung von Straße und Schiene sind so besser zu umfahren, und der gut ein Drittel geringere CO2-Ausstoß bei KV-Behältern wirkt sich sogar gleich mehrfach positiv aus.“

Grafik 1:
Geringere Ausgaben für KV Straße/Schiene gegenüber reinem Straßentransport
– Vergleich der Transportkosten pro Tonne in Euro bei Transportdistanz in Kilometer –

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Grafik 2:
Klare Kennzahlen für Wechselbehälter gegenüber Sattelauflieger
– Absolute Zahlen in 500er-Schritten am Beispiel des Ganzzug-Konzeptes von 740 Metern –

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Grafik 3:
Drei Vorteile für Wechselbehälter (WB) im Vergleich zu Sattelaufliegern (SA)
– Absolute Zahlen und Prozent-Vergleich am Beispiel des Ganzzug-Konzeptes von 740 Metern –

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Grafik 1-3 Quellen: Master-Thesis „Branchenstrukturanalyse“, Robers/FH Münster/Wecon GmbH